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Schnell in der Mittagspause zum Reisebüro. Die schönsten Wochen des Jahres planen. Der Berater hinter dem Schreibtisch ist nett, der Blick in den Katalog oder auf den Bildschirm fast neben Nebensache. Einmal genickt. Gebucht. Und dann vor Ort geärgert. Denn die angepriesene Idylle ist in Wahrheit totale Einsamkeit. Und strandnah heißt: erstmal stramme zehn Minuten Fußmarsch bis zum Wasser. Von wegen all inclusive: Kaffee gibt’s nur nachmittags an der Strandbar, Wein nur zum Essen und beim Bier ist leider nur das heimische im Preis inbegriffen.

Doch das alles ist kein Grund zur Reklamation der Pauschalreise. Denn die Katalogsprache lügt selten. Sie stellt nur alles in den schönsten Farben dar. Wer die Geheimsprache der Reiseanbieter in den Prospekten nicht kennt, kann bitter enttäuscht werden. Das muss aber nicht sein! Denn erstens sollten Sie sich mit der Reisebuchung Zeit nehmen – am besten vor dem Bildschirm zu Hause im Internet. Und zweitens hat DiePauschalreise.de hier die ultimative Entschlüsselung der Katalogsprache für Sie. Absichtlich auf die Spitze getrieben. Absichtlich bissig. Als Gegenpol zu den Prospekt-Schönschreibern.

Buchen Sie Ihre Pauschalreise in Ruhe

Natürlich müssen Sie nicht hiner jeder Formulierung Betrug und Verrat vermuten. Lassen Sie sich nur Zeit mit der Buchung und schauen Sie genau hin. Wichtig auf jeden Fall: die Grundregeln des Reise-ABC sollte jeder beherrschen. Lesen Sie dazu die Erklärungen der Katalogsprache:

Aufstrebender Ferienort/neu erschlossenes Feriengebiet

Aufstrebende dürfte in solchen Orten vor allem eines sein: der Lärmpegel. Denn bei ihnen handelt es sich in der Regel um neue Ferienorte, die noch nicht ganz fertig gestellt sind. Meist wird dort noch an jeder Ecke gebaut.

Direkt am Meer gelegen

So stellt man sich den Traumurlaub vor: meterlanger Sandstrand direkt vor der Hoteltür. Doch nur weil im Prospekt steht, dass das Hotel am Meer liegt, heißt das noch lange nicht, dass man davor auch nur ein Sandkörnchen findet. In den meisten Fällen befindet es sich stattdessen an einem Hafen oder an einer Steilküste.

Idyllisch und ruhig gelegen

Klingt erholsam, bedeutet aber oftmals die totale Einsamkeit. Die nächsten Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten befinden sich meist im kilometerweit entfernten Dorf.

All-Inclusive

Es hört sich nach dem Rundherum-Sorglos-Paket an. Doch auch die Formulierung All-Inclusive kann zum Stolperstrick werden. So kann das Angebot zum Beispiel auf bestimmte Tageszeiten begrenzt sein. Oder aber es bezieht sich nur auf antialkoholische Getränke.

Beheizbares Schwimmbad

Nur weil ein Pool beheizbar ist, muss das nicht bedeuten, dass der Hotelbetreiber es auch tatsächlich heizt. Außerdem kann ein beheizbares Schwimmbad ein Hinweis darauf sein, dass es dort auch kühl werden kann.

Bei deutschen Gästen sehr beliebt

Wer nach Einheimischen, landestypischen Flair und Speisen sucht, ist hier in der Regel fehl am Platz. Gartenzwerg und Schnitzel könnten in derartig angepriesenen Hotels schon eher zum Inventar gehören.

Bushaltestelle 50m entfernt/Bushaltestelle vor dem Hotel

Eine gute Verkehrsverbindung kann nur hilfreich sein, sollte man denken. Stimmt soweit auch. Allerdings ist dies auch ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich direkt vor dem Hotel eine Hauptstraße befinden kann.

Direktflug

Bei einem Direktflug kann es durchaus vorkommen, dass Sie eine Zwischenlandung in Kauf nehmen müssen. Nur ein Nonstopflug bringt Sie direkt an ihr Reiseziel.

Breite Uferpromenade

Auch die breite Uferpromenade hört sich zunächst nach einem zusätzlichen Spaßfaktor, nach ausgiebigem Inlineskaten und abendlichen Spaziergängen an. Doch hinter der erträumten Flaniermeile kann sich auch eine mehrspurige Hauptstraße verbergen.

Auffallend freundliches, zuvorkommendes Hotelpersonal

Das Hotelpersonal mag durchaus freundlich und zuvorkommend sein, doch will es dafür auch ordentlich entlohnt werden. Selbst für kleinste Dienste können hier die Hausmädchen und Portiers schon mal die Hand aufhalten.

Dreibett-Zimmer

Gerade wenn Sie ein Dreibett-Zimmer buchen wollen, sollten Sie genau nachhaken. Oftmals handelt es sich beim dritten Bett um eine Klappliege und die kann ziemlich unbequem sein.

Feiner Korallenstrand

Wenn im Prospekt einerseits vom feinen Korallenstrand die Rede ist, aber gleichzeitig empfohlen wird Badeschuhe einzupacken, heißt das vor allem eins: am ganzen Strand liegen scharfkantige Korallenreste, die es unmöglich machen dort barfuß zu laufen.

Familiäre Atmosphäre/Familienhotel

Auch hier sollte man vom Schlimmsten ausgehen. Entweder könnte das Hotel wenig professionell geführt sein, oder aber ständig laufen schreiende Kinder über die Korridore.

15 Minuten bis zum Strand

15 Minuten das hört sich relativ gut an – solange es sich dabei um Gehminuten handelt. Wenn es sich dabei allerdings um Fahrminuten handelt, sieht das Ganze schon anders aus.

Für unternehmungslustige, jung gebliebene Gäste

Wer Ruhe und Entspannung sucht, ist hier sicherlich nicht besonders gut aufgehoben. Stattdessen sollt er sich auf nächtlich Teenie-Partys im Nachbarzimmer gefasst machen.

Zweckmäßig eingerichtete Zimmer

Mehr als ein Bett, Lampen und einen Schrank sollte man nicht erwarten, wenn man ein „zweckmäßiges Zimmer“ bucht.

Helle und freundliche Zimmer

Dieses Zimmer dürften nur unwesentlich komfortabler eingerichtet sein als die oben genannten zweckmäßigen Räume. Falls Ihre Ansprüche ein wenig höher liegen, sollten Sie auf Beschreibungen wie „geschmackvolle Einrichtung“, „geräumig und komfortabel“ oder „luxuriös eingerichtete Zimmer“ achten.

Ideales Domizil für einen preisgünstigen Urlaub

Preisgünstig heißt hier nichts anderes als allerniedrigster Standard.

Gelegentliche/Regelmäßige Abendveranstaltungen

Gelegentlich und regelmäßig sind sehr dehnbare Begriffe. Das kann ein Mal in der Woche aber genauso ein Mal im Monat bedeuten. Am besten stellen Sie sich erst gar nicht auf Tanzabende und Unterhaltungsprogramm ein.

Im landestypischen Stil eingerichtet

Je nachdem, wohin Sie fahren, kann dies nicht einmal dem Standard eines zweckmäßig eingerichteten Zimmers bedeuten. Die Möbel entsprechen möglicherweise denen der Einheimischen, und die können mitunter an der Grenze des Existenzminimums leben.

Internationale Küche

Hier erwartet Sie meist das Schlimmste aus der deutschen und englischen Küche: Von Bratwurst mit Pommes bis Dosenbohnen in Tomatensauce.

Internationale Atmosphäre

Kegelvereine und allerlei andere feierfreudige Truppen aller Nationen machen in solchen Hotels die Nacht zum Tag. Das Personal stellt sich meist auf die Gepflogenheiten der dominierenden Nationen ein.

Kontinentales Frühstück

Frühstückverwöhnte, deutsche Urlauber dürften von einem kontinentalen Frühstück eher enttäuscht sein. Meistens besteht es aus einem Brötchen, Butter, Konfitüre und einer Tasse Kaffee.

Kurzer Transfer zum Flughafen

Kurze Wege sind gerade im Urlaube etwas durchaus Positives. Wenn es sich dabei allerdings um den Weg zum Flughafen handelt, ist Vorsicht geboten. Oft bedeutet dies nämlich eine hohe Lärmbelästigung durch landende und startende Flugzeuge.

Lebhaft und ideal für den aktiven Urlaub

Morgens lange ausschlafen oder ein kleines Mittagschläfchen am Pool dürfte in solchen Hotels wohl dan doch eher flach fallen. Stattdessen ist „Action“ angesagt – und zwar von morgens bis abends. Klar: Wer Party will, ist hier richtig beraten. Das gilt übrigens für viele der Katalogsprache-Codes – nehmen Sie die Formulierungen einfach wörtlich. Kratzen Sie den Lack der Schönschreiberei ab. Schauen Sie genau hin.

Mietauto empfehlenswert/ruhig gelegenes Haus

Dieses Hotel liegt sehr einsam, fernab von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Meerseite

Meerseite bedeutet auf keinen Fall direkte Sicht aufs Meer. Meistens liegen noch einige Gebäude zwischen Hotel und Meer, die den Blick aufs Wasser versperren. Nur die Bezeichnung „Meerblick“ garantiert einen unverbauten Ausblick auf die See.

Lockere, freizügige Atmosphäre

Ein Hotel mit lockerer, freizügiger Atmosphäre muss nicht immer gleich ein Bordell sein. Allerdings sollten Sie damit rechnen, dass die Gäste in Bikini oder Badehose zum Essen erscheinen.

Möglichkeit zum Tauch- und Wassersport

Die Möglichkeit zum Tauchen oder Wasserskifahren mögen in diesem Falle zwar bestehen, doch müssen Sie dafür garantiert extra zahlen.

Naturbelassener Strand

Dieser Strand wird schlichtweg nicht gereinigt. Wer hier ein Sonnenbad nehmen möchte, sollte sich also auf Schmutz und Müll einstellen.

Strandnah

Nah ist einer dieser sehr dehnbaren Begriffe, die im Reisekatalog sehr gern verwendet werden. In diesem Fall heißt strandnah mit Sicherheit nicht, dass das Hotel direkt am Strand liegt. Sie sollten sich also auf einen Fußmarsch gefasst machen.

Seitlicher Meerblick

Hier gilt dasselbe wie bei der Beschreibung „Meerseite“. Aus einem Zimmer mit seitlichem Meerblick, werden Sie das Meer nur von der äußersten Ecke Ihres Balkons aus sehen können.

Unmittelbar angrenzende Vergnügungsstätten

Vergnügungsstätten ziehen vor allem viele lärmende Touristen. Wer in einem derartig beschriebenen Hotel Urlaub macht, kann im Nachhinein keinen Anspruch auf Preisminderung wegen Ruhestörung geltend machen.

Touristenzentrum

Hier kommen Sie garantiert kaum in Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung. Das landestypische Flair ist vollkommen verlorengegangen und in den Restaurants werden vorwiegend Wiener Schnitzel und deutsche Bratwurst angeboten.

Verkehrsgünstig und zentral gelegen

Im schlimmsten Fall kann dieses Hotel an einer vierspurigen Hauptstraße liegen, Abgase und Verkehrslärm inklusive.

Unaufdringlicher Service

Unaufdringlich heißt in diesem Zusammenhang vor allem eines: langsame Kellner. Sie sollten also viel Zeit mitbringen, wenn Sie im hoteleigenen Restaurant oder Speisesaal etwas bestellen wollen.

Von Junggesellen bevorzugt

Diese Beschreibung findet sich häufig in Katalogen für Reisen nach Thailand. Übersetzt bedeutet sie nichts anderes, als das hier Männer auf der Suche nach sexuellen Abenteuern sind.

 
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