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Eigentlich skurril: Die durchschnittliche Lufttemperatur übersteigt in Island nicht mal im Sommer 13 Grad Celsius und dennoch verfügt der kleine Inselstaat Island – was übersetzt nichts anderes heißt als „Eisland“ – über so viele heiße Quellen, dass fast jeder Wohnort sein eigenes Thermalbad hat. Island ist die größte Vulkaninsel der Welt.


Kühle Luft, heiße Quellen

Selbst in Vorgärten sprudelt das Quellwasser mit angenehmen 40 Grad Celsius aus dem Boden. Wer keinen natürlichen „Whirlpool“ vor der Tür hat und nicht für eines der zahlreichen Bäder Eintritt zahlen möchte, kann ein naturbelassenes Reservoir aufsuchen. Diese unentdeckten Quellen dürfen von jedermann genutzt werden. Beim Häuserkauf sind die Naturpools ein gern gesehenes Ausstattungsmerkmal. Die öffentlichen Varianten sind für die Isländer, wie für andere ein Kaffeehaus. Man tauscht Klatsch und Tratsch aus und diskutiert über die aktuelle Lage der Nation.

Tourismusattraktion

Nun versucht man auch die Touristen für die Vorzüge der heißen Quellen zu begeistern. Bisher konnte sich nur die „Blaue Lagune“ einen Namen machen, ein Thermalfreibad bei Grindavík auf der Halbinsel Reykjanesskagi. Doch mit 30 Euro pro Person, lässt man sich die Popularität der Anlage gut vergüten. Zuvor allerdings, konnten die Einheimischen die neu entstandene Thermale als kostenlose Vergnügung nutzen, da sie als Abfallprodukt entstanden war, als man damit begonnen hatte, heißes Wasser für die Stromerzeugung und den Betrieb eines Fernwärmenetzes mit Pumpen aus dem Boden zu holen. Kieselsäure erwirkt die namensgebende Farbe der Blauen Lagune.

Doch nicht nur Wasserströme, sondern auch Touristenströme erwarten einen in Islands Prestige-Therme, dabei gibt es zahlreiche, weitaus kostengünstigere Alternativen zu Islands bekanntester heißer Quelle. Gerade weil Urlaub in Island so teuer ist, ziemt es sich zu sparen, wo man kann.

Die Finanzkrise hat in Island zu einem Wechselkurseinbruch geführt. Bedeutet für Inhaber von Euro und Schweizer Franken, dass sie mehr für ihr Geld bekommen. Günstig ist Island trotzdem nicht. Aktuell rangiert es auf Platz 6 der teuersten Urlaubsländer der Welt. Immerhin: Flüge nach Island gibt es schon ab 70 Euro. Allerdings sollten auch sparsame Besucher für jeden Urlaubstag mit Pro-Kopf-Ausgaben von 100 Euro rechnen. Die hohen Preise erklären sich dadurch, dass Island fast alle Güter importieren muss. Wer also in Island Urlaub macht, sollte besser zu lokalen Speisen greifen.


Inhaber des Bildes: naten – Fotolia

 
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