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Sardinien, obwohl zu Italien gehörend und leicht per Flugzeug erreichbar, zählt zu den Reisezielen, die die meisten von uns nur aus TV-Sendungen kennen, wie sie beispielsweise im 3sat-Programm zu sehen sind. Die Insel zwischen den Welten, näher an Frankreich und Tunesien denn an Italien gelegen, gilt bis heute als Geheimtipp für Badeurlauber mit Faible für blendend weiße Sandstrände und glasklares, smaragdgrünes Wasser. Und ist seit Jahrzehnten beliebter Jetset-Treffpunkt. Dabei ist Sardinien mehr als nur eine hübsche Badewanne: Vor allem im abwechslungsreichen Hinterland werden bis heute alte Traditionen gelebt und gepflegt.

Zwischen Badeparadies und wild-romantischem Hinterland

Natürlich, auch der Tourismus hat Tradition an der Costa Smeralda. Die natürliche Schönheit der Smaragdküste und mediterranes Klima, das fast das ganze Jahr über zum Baden und Entspannen einlädt, zogen in den 1960er Jahren schwerreiche Großinvestoren an. Durch ihren Einsatz verwandelten sich die von Hirten und Bauern bewohnten „Mühlstein-Berge“ (Monti di Mola) zum erstklassigen Badeparadies für die Schönen und Reichen aus aller Welt. Immerhin, die hässlichen Hochhaus-Betonklötze, die zahlreiche italienische, französische und spanische Küstenabschnitte verschandeln, sind hier nicht zu finden. Aber die luxuriösen Ferienunterkünfte lassen schnell vergessen, dass es nur wenige Kilometer entfernt ein anderes, ursprüngliches Sardinien gibt, das sich zu entdecken lohnt. Ein wildes, ursprüngliches Sardinien, das völlig zu Recht Naturreservat ist und mit seinem ganz eigenen Charme mindestens so sehr verzaubert wie die paradiesischen Strände und Buchten.

Kultur und Tradition im Alltag erleben

Wussten Sie eigentlich, dass die Insel ein einzigartiges Naturparadies und geschütztes Naturreservat ist? Genau genommen gibt es mehrere Reservate, die die natürliche Schönheit und Einzigartigkeit Sardiniens bewahren helfen sollen. So zum Beispiel die Basalthochfläche von Giara di Gesturi nahe des beeindruckenden Monte Archi. Hier, wo uralte Korkeichen mit üppiger Macchia wechseln, gewaltige Felsbrocken die Landschaft strukturieren und kleine Wildpferde in Herden durch die wild-romantische Region ziehen, existiert es noch, das alte und traditionelle Sardinien. Zwischen Korkeichenwäldern und schroffen Felsen, entlegenen Dörfchen und spektakulären Küstenabschnitten pflegen die Menschen die alten Hirten- und Bauerntraditionen wie die polyphonen Hirtengesänge oder die althergebrachten Holzmasken. Auch in der sardischen Küche lebt die Tradition der Insel weiter, sei es in Form der zahlreichen aromatischen Käse, der kräftigen Weine, starken Obstbrände oder des erfrischend-cremigen Limoncello.

Sardinien, Trauminsel mit gelebter Tradition

Sardinien, das ist mehr als ein Badeparadies im Mittelmeer. Das einzigartige Naturreservat ist fast so facettenreich wie ein ganzer Kontinent, bezaubert mit bizarren Felsen und einsamen Höhenzügen ebenso wie mit urwüchsigen Wäldern, üppiger Mittelmeermacchia und einer überwältigen Artenvielfalt über und unter Wasser. Ihre Ursprünge haben die Inselbewohner bis heute jedoch nicht vergessen. Und pflegen ihre Traditionen ebenso selbstverständlich wie sie den Filu e Ferru oder einen Limoncello nach dem Essen servieren.

Foto: Daniel Mayntz – Fotolia

 
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