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Ich habe einen neuen Sport aufgetrieben, der zwar nicht wirklich mehr unter Pauschalreisen passt, aber irgendwie trotzdem so cool ist, dass ich ihn Euch nicht vorenthalten möchte.

Es geht um eine neue Form des Reisens: Das Ground Hopping. Strikt für Fußballverrückte und Stadienbegeisterte mit Ausdauer.

Bei dieser Tätigkeit geht es darum, die Welt zu bereisen und dabei Besuche in allen möglichen Stadien zu sammeln. Ob das Stadion 1. Mai in Nordkorea oder der Bolzplatz vom 1. FC Welschenrohr – sie alle zählen Punkte in den verschiedenen Regelwerken der Groundhopper-Vereine.

Groundhopping hat seinen Ursprung in Großbritannien, aber die deutsche Fanbase wächst und wächst.

Die Vereinigung deutscher Groundhopper beispielsweise gibt sich sehr viel Mühe, ihren Mitgliederkreis zu erweitern und das Hopping auch über die Untergrund-Kultur hinaus zu erweitern. Potential hat das Ganze in jedem Fall: Schließlich verbindet Groundhopping die zwei liebsten Kinder des Deutschen: Sport (meistens Fußball) und Reisen.

Ein echter Groundhopper fährt übrigens nicht auf Urlaub in ein Land, um dann zufällig in einem Stadion vorbeizuschauen. Da muss ein Spiel stattfinden, der Groundhopper muss dabeigewesen, und die Fahrt zum Stadion muss vorher geplant worden sein.

Einheitliche Regeln fürs Groundhopping habe ich im öffentlichen Netz des Vereins nicht gefunden. Für mich ist allein der Gedanke, die Erde per around the world ticket auf der Suche nach Fußballstadien zu bereisen, extrem abgefahren. Stellt Euch mal vor, man findet ein Stadion in der Wüste Gobi und arrangiert da ein Fußballspiel zwischen Beduinen. Gibt sicherlich Extrapunkte, solange die Kamera nicht voller Sand ist und kaputtgeht. Oder hätte man geschummelt, weil man das Spiel selbst inszeniert hat?

Ich glaube, dass Groundhopping eine glorreiche Zukunft bevorsteht. Mit der wiederentdeckten Begeisterung für den Fußball von der WM 2006 noch im Kopf, könnten wir uns schon bald wiedersehen: Auf dem Weg nach Südafrika zum Groundhopping-Mekka 2010!

 
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